„Unterm Birnbaum“

Autor: Theodor Fontane

Gattung: Kriminalliteratur

 

Erscheinungsjahr: 1885

Verlag: Hamburger Lesehefte Verlag

Abel Hradscheck und seine Frau Ursel besitzen ein Gasthaus im Oderdorf Tschechin. Beide haben hohe Schulden, einerseits wegen der Spielsucht von Abel, andererseits wegen Ursels Drang nach Luxus. Eines Tages entdecken die beiden in ihrem Garten einen toten französischen Soldaten, der unter einem Birnbaum vergraben liegt. Da kommt Abel ein teuflischer Plan in den Sinn: Zusammen mit seiner Frau begeht er einen Raubmord an dem polnischen Schuldeneintreiber Szulski und sie vergraben seine Leiche im Weinkeller. Die beiden lassen es als einen Unfall aussehen, bei dem Szulski mit seinem Pferd verunglückt ist. Allerding fehlt von Szulski jede Spur. Abel gerät unter Verdacht, an dessen Verschwinden schuld zu sein, was auch seine alte Nachbarin Jeschke bekräftigt. Sie hatte dem Gendarm Geelhaar erzählt, Abel bei nächtlichen Grabungsarbeiten unter dem Birnbaum beobachtet zu haben. Aber genau das ist Teil von Hradschecks Strategie, denn beimAusgraben kommt die Leiche des Soldaten zum Vorschein und Abel kann den Verdacht von sich ablenken. Seine Frau jedoch plagen Schuldgefühle. Sie zieht sich immer mehr zurück, bis sie krank wird und stirbt. Frau Jeschke, die Nachbarin, verbreitet weiterhin Gerüchte. Nun behauptet sie, dasses im Keller von Abel spuke. Abel ist verunsichert und geht eines Nachts in den Keller, um die Leiche von Szulski auszugraben und umzubetten. Durch ein Missgeschick sperrt sich Abel im Keller selbst ein und wird am nächsten Morgen von seinen Bediensteten neben der halb ausgegrabenen Leiche tot aufgefunden.

Der Handlungsablauf, der von außen betrachtet wird, ist von Anfang bis Ende durchdacht, logisch und gradlinig aufgebaut; der chronologische Ablauf wird nicht unterbrochen. Zu Beginn überrascht den Leser das Ausgraben des Soldaten ein wenig, aber im weiteren Verlauf der Handlung wird das Geschehen schnell aufgelöst und schlüssig weitererzählt.

Theodor Fontane verwendet häufig einen hypotaktischen Satzbau. Die recht langen Sätze werden manchmal sogar durch in Klammern gesetzte Ergänzungen zusätzlich erweitert, um dem Leser ein sehr detailreiches Bild vom Geschehen zu vermitteln. In wörtlichen Reden ist der Satzbau einfacher und dadurch leichter zu lesen.

Da die Novelle in der Nähe von Frankfurt spielt, sprechen die handelnden Personen -vor allem die Nachbarin Frau Jeschke und Hradschecks Angestellte – ostniederdeutschen Dialekt. Das macht die Erzählung anschaulich und Menschen, die aus der gleichen Region stammen und dieses Buch lesen,können sich mit den Protagonisten besser identifizieren. Für alle anderen Leser ist es ein bisschen schwierig zu verstehen.

Die Novelle ist spannend geschrieben und die Handlung ist interessant. Zwar waren Täter und Tathergang bereits zu Beginn bekannt, aber weil man nicht wusste, ob und wie das Verbrechen aufgedeckt wird, blieb die Geschichte bis zum Schluss lesenswertDie Novelle ist spannend geschrieben und die Handlung ist interessant. Zwar waren Täter und Tathergang bereits zu Beginn bekannt, aber weil man nicht wusste, ob und wie das Verbrechen aufgedeckt wird, blieb die Geschichte bis zum Schluss lesenswert

 Rezension von Antonia Wöst, 9b